He-Man.de23.10.2017
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Filmation

- Infos über das Trickfilmstudio, das den Cartoon produzierte -


Wer kennt ihn nicht? Lou Scheimer, den "Papa" von He-Man und She-Ra, dem wir unsere zwei Lieblingscartoons zu verdanken haben. Ohne den Gründer der berühmten "Filmation Studios" hätte uns im MotU/PoP-Universum wohl so einiges gefehlt - wenn nicht sogar alles. Denn wer weiss, ob der Erfolg von He-Man und seiner Zwillingsschwester ohne die Kultcartoons von Filmation genauso immens gewesen wäre... Für Fans der Helden und Schurken Eternias und Etherias stellt Lou Scheimer auf alle Fälle weltweit eine enorme Figur dar und geniesst einen fast genauso grossen Kultstatus wie seine zwei grössten Helden - zu recht. Höchste Zeit also, dass wir mal ein bisschen mehr in der Vergangenheit buddeln und etwas mehr über Lou und seine kleine Traumfabrik erzählen. Lou Scheimers Karriere begann mit dem erfolgreichen Abschluss des "Carnegie Institute of Technology" in Pittsburgh, wo er Kunst studiert hatte. Es zog den jungen Mann nur wenig später nach Hollywood, Kalifornien, denn hier war schon immer das Zentrum des animierten Films angesiedelt - und in genau dieses Geschäft wollte Lou einsteigen. Deswegen war er schließlich in Hollywood! Er bekam Kontakt zu grösseren Firmen der Branche und arbeitete einige Zeit für sie. Es war 1962 als er sich entschloss, sich selbständig zu machen. So gründete er sein eigenes kleines Trickfilmstudio, die uns wohl bekannten "Filmation Studios". Mit seiner Firma wollte sich Lou im Bereich des animierten Films im TV einen Namen machen. Doch aller Anfang ist bekanntlich schwer. So waren die ersten Aufträge des kleinen Studios lediglich Werbespots und Dokumentationen. Drei Jahre dauerte es, dann war der erste Cartoon fertig: "Superman". Die Trickserie kam ins Samstagmorgenprogramm - und die Kids liebten sie! So wurde "Superman" zum großen Hit (die Reihe lief drei Jahre lang auf CBS) und brachte den Filmation Studios endlich den lang ersehnten Erfolg ein. Und mit Erfolg steigen auch die Aufträge! Die "Filmation Studios" produzierten von nun an fleissig weiter, zum Beispiel weitere Superhelden-Reihen wie "Aquaman" und "Batman". Batman musste sich anfangs noch eine Stunde mit Superman teilen, in der "The Batman/Superman Hour", doch nachdem Superman eingestellt wurde bekam die Reihe den neuen Titel "The Adventures of Batman And Robin". Es war übrigens die erste Trickserie um den maskierten Rächer, also eine richtige Ehre für Filmation.

Mit der Serie "The Archies" landete Lou's Studio dann etwas später (1968) einen weiteren Riesenhit. Die Serie um eine Teenie-Popgruppe wurde zum TV-Renner - und nicht nur das! Die Cartoon-Band landete sogar einen Nummer Eins-Hit in den USA! Das war im Sommer 1969, der Song nannte sich "Sugar Sugar" und kickte tatsächlich die Rolling Stones von der Poleposition der Charts, mit sechs Millionen verkaufter Platten. Von den Archies wurde nicht nur diese eine Single veröffentlicht, sondern noch einige andere (von denen beispielsweise auch Songs wie "Jingle Jangle" (1970) oder "Who's Your Baby" Charthits wurden), auch drei dazugehörige Alben kamen auf den Markt und eine Best Of-Collection. Die Musik stammte übrigens von Don Kirshner, der bereits mit der populären Band "The Monkees" zusammengearbeitet hatte. Die Archies gehören somit zu den größten Erfolgen Lou Scheimers.

Weiter gings in den Siebzigern. Filmation began mit der eifrigen Produktion von vielen neuen Cartoonserien. Darunter waren unter anderem folgende:
"Groovie Goolies" (1971, eine lustige Serie um eine Art "Addams Family", die gemeinsam in einem Haus namens "Horrible Hall" hausten. Die Groovie Goolies hatten ihre ersten Auftritte bereits in der Reihe "Sabrina and the Groovie Goolies", 1970, bevor sie ihre eigene Show bekamen. Die Show lief drei lange Jahre und bekam 1975 noch ein einjähriges Comeback, danach war dann Schluss). "The Brady Kids" (1972, ein Cartoon, der aus dem Erfolg der TV-Serie "The Brady Bunch"/"Drei Mädchen und drei Jungen") hervorging. Die Trickserie um die sechs Brady-Kids wurde ebenfalls zu einem Erfolg und lief bis 1974. Cool: In der US-Originalversion synchronisierten die "echten" Brady-Kids aus der Primetime-Serie ihre Cartoonebenbilder selbst). "Mighty Mouse" (1979, Mighty Mouse war den Amerikanern allerdings schon seit 1955 ein Begriff, nun hatte er aber endlich seine eigene TV-Show, die er sich mit "Heckle und Jeckle" und "Quackula" teilen musste. Mighty Mouse war eigentlich nur ein Superman im Maus-Format: Er konnte fliegen, hatte Superkräfte, musste gegen Schurken antreten und seine Geliebte befreien. Nach drei Staffeln war Schluss - Mighty Mouse sollte aber in den Achtzigern noch einmal ein Comeback mit einer neuen Serie haben). "Heckle and Jeckle" (Die kennt ihr! In Germany watschelten diese zwei komischen Vögel nämlich als "Trix und Trax" durch das allabendliche Toonprogramm von ProSieben. In den USA gibts die zwei schon seit 1956, später traten sie neben "Mighty Mouse" auf und bekamen hier ihre eigene Show. Witzige, lustige Cartoons um zwei grundverschiedene Typen). "Lassie" (eine Trickfilmversion der wohl bekanntesten und mutigsten Hündin der Welt) und schliesslich auch noch "Gilligan's Island".

Neben all diesen Trickserien, die Lou Scheimers Studio in den Jahren fürs Fernsehen produzierte, sollte eine ganz besonders hervorstechen: "Fat Albert and The Cosby Kids". Sowohl Kritiker als auch das Publikum liebten diesen Cartoon um eine quirlige Gruppe von Kids, die gemeinsam in einer Philadelphia Nachbarschaft aufwuchsen. Diese Kultserie basierte auf einer Stand Up-Comedyshow von Starkomiker Bill Cosby ("The Cosby Show"), die er in den Sechzigern aufgeführt und in der er seine Kindheit geschildert hatte. So wurden zwischen den einzelnen Episoden immer wieder kleine Filmchen mit Bill selbst eingeblendet und der Comedian liess es sich auch nicht nehmen, etliche der Figuren selbst zu synchronisieren. Eine Show mit Hintergrund also, eine Sendung mit Geschichte. So wurde "Fat Albert and The Cosby Kids" zu einer der erfolgreichsten TV-Trickserien überhaupt: Zwölf lange Jahre flimmerte sie über die amerikanischen Bildschirme und wurde von allen geliebt und gelobt: Von Eltern, Lehrern, Kindern und Kritikern. Klar, dass die Reihe sogar einige Emmy-Nominierungen bekam...

Doch es sollte noch weiter gehen, nämlich 1983. Das Jahr, das Filmation den wohl kommerziell grössten Erfolg einbringen sollte. Denn nun kamen (21 Jahre nach Gründung der "Filmation Studios") die ersten 65 Episoden von "He-Man and the Masters of the Universe" auf den Markt - und wurden zu einem Welterfolg, quasi über Nacht! Die Serie hatte von Anfang an sensationelle Einschaltquoten und war überall ein willkommenes Gesprächsthema (sogar in Artikeln der "New York Times" und des "Time Magazines"). Im Auftrag vom Spielzeuggiganten "Mattel" (der zeitgleich ja die berühmte Toyline rausbrachte) produzierte Lou weitere zwei Staffeln - der Erfolg schien kein Ende nehmen zu wollen. Kids auf der ganzen Welt waren verrückt nach He-Man, dem Helden einer neuen Generation. In über 47 Ländern dieser Erde wurde He-Man bereits ausgestrahlt und brachte es auf insgesamt 130 22minütige Episoden.

1985 ging dann die Nachfolgeserie an den Start. Wieder war es Mattel, die neben der MotU-Toyline eine weitere Spielzeugreihe (diesmal für Mädchen) herausbringen wollte und Filmation erneut verpflichtete, eine dazugehörige Trickserie zu entwerfen: "She-Ra Princess of Power" war geboren! Glücklicherweise hielt man sich bei Filmation eben nicht (wie von MotU) gewohnt an die Toyline Mattels, sondern kreierte einen Cartoon voller Spannung und Magie. Fazit: Die Trickserie (2 Staffeln, 93 Episoden) wurde zum Riesenhit, die Toyline nicht so wirklich. 1985 brachte Lou seine zwei Powerzwillinge sogar in einem gemeinsamen Kinofilm unter ("The Secret of the Sword"/"Das Geheimnis des Zauberschwertes"). Beide Serien, MotU und PoP, wurden begleitet von einer wahnwitzigen Merchandisewelle und konnten weltweit die Kids in ihren Bann ziehen...

Im Jahre 1989 gründete Lou eine neue Firma, die "Lou Scheimer Productions", von der er heute nicht nur Präsident sondern auch Chief Executive Officer ist. Mit diesem Studio brachte er beispielsweise Cartoons wie "The Ark Angels" (eine Bibel-Serie für Kinder) auf die heimischen TV-Bildschirme. Und jetzt? Jetzt geht's gerade wieder richtig los mit den "Lou Scheimer Productions". Das Studio beendete vor kurzem seine Arbeiten an dem 74minütigen Trickfilm "Robin and the Dreamweavers" und beginnt jetzt damit, eine Serie daraus zu machen, die ersten 26 Folgen werden zurzeit bearbeitet. "Robin" soll ein modernes Märchen werden und vereint computeranimierte 3D-Grafiken mit der altbekannten 2D-Animation. Diese neue Serie hat immer noch deutlich den 80er-Look drauf, zumindest im Figurendesign. Gedacht ist "Robin" für den Markt rund um die jungen Erwachsenen. Für den gleichen Markt werden zurzeit auch Lou's nächste Projekte ausgearbeitet: "Hollywood 2090" und "Cleo, Empress of the Future". Man darf also gespannt sein...!

Jumin